Hier im schönen kleinen Dorf Albeins gibt es an die 10 Bauern, aber Verena ist die Einzige, die biologisch anbaut. Bonita, Natyra®, Golden Delicious und noch ein paar weitere. Für sie ist es kein großes Ding, dass sie „anders“ ist. Für sie ist es der richtige Weg. Das, was sich richtig anfühlt. Sie muss sich vor niemanden rechtfertigen – eher ist es oft umgekehrt, schmunzelt sie.
Der richtige Weg, und die richtige Einstellung. Verena sieht den Hof nicht als Besitz, sondern als etwas, an dem sie mitwirken kann. Etwas, das dann wieder weitergeht, so wie es seit dem 12. Jahrhundert schon ist und so wie es auch in Zukunft sein wird. Vorausgesetzt natürlich, die Kinder haben genauso Freude dran, wie sie es hat. Ihr Dreijähriger vielleicht, der jetzt schon immer mit dabei ist, wenn sie draußen ist, in den Wiesen und Feldern. Oder ihr zweites, das gerade in ihrem Bauch heranwächst.
Ein Hase wohnt immer noch hier am Hof. Mit ihm 3 Ziegen und 10 Hennen. Verena hat Freude daran, ihnen zuzusehen. Und sie hat Freude an der Vielfalt, mit allem, das wächst. Mit Blumen, beispielsweise, die man im Gasthaus nutzt, mit denen man Tisch und Teller schmückt.
Und mit ihrer Gemüsevielfalt: Zucchini, Gurken, Tomaten, Melanzani, Radieschen, Peperoni, Chili, sogar Wassermelonen wachsen hier. Kraut, Blaukraut, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Karotten, Artischocken. Von März bis November hat Verena und ihre Helfer hier ordentlich im Feld zu tun. Und ein großer Teil an Arbeit geht in den Winter hinein. Dann wird fleißig eingekocht, eingelegt und vorbereitet. Für Antipasti im Gasthaus, fürs Frühstücksbuffet der Ferienwohnungen, oder für den Hofladen. Sirups, Marmeladen, Eingelegtes. Das Gasthaus ist seit kurzem mit dem Silberstatus der Zertifizierung „Bio Fair Südtirol“ von Bioland ausgezeichnet. Damit muss ein festgelegter Anteil der Produkte, die verwertet werden, bio sein.
Bio ist richtig, sagt Verena. Genauso wie regional. Laut ihr ein echter Wert, der sogar oft noch höher einzustufen wäre. Und saisonal, denn hier im Gasthaus wird ganz oft nur das verwertet, was die Felder hergeben. Man geht zuerst aufs Feld, schaut sich an, was reif ist. Und schreibt erst dann das Menü.
Es ist eine andere Denke, eine andere Herangehensweise. Aber es ist die, die sich für Verena richtig anfühlt. Ganz wie der Biss in einen ihrer knackig-frischen Äpfel.