Die Hänge oberhalb von Lana, rund um den Eingang ins Ultental. Das Gelände steigt steil hinauf, um Südtirols sanftmütige Bergwelt zu grüßen. Ein mit Zypressen gesäumter Feldweg führt zum Greiterhof und lässt das Auge schweifen: Ein Panoramablick vom Passeiertal auf den Ifinger oberhalb von Meran, über das Etschtal bis hin zum Weiß- und Schwarzhorn. Hier beginnt die Geschichte von Clemens Margesin. Nach seiner Ausbildung steigt er 1991 am Hof ein und stellt ihn mit seinem Vater Karl vier Jahre später auf Bio um.

Kurz darauf fällt Clemens die nächste richtige Lebensentscheidung: Er heiratet Johanna. Sie ziehen ins nahe gelegene Tscherms und sind mit ihren Kindern Jakob und Katharina bald zu viert. Clemens bleibt Biobauer mit Leib und Seele. Im Jahr 2003 ist die Zeit schließlich reif, den Hof zu übernehmen.

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Zwei Jahre später. Der sogenannte Besenwuchs befällt die Obstwiesen des Greiterhofs. Diese Baumkrankheit führt dazu, dass die Apfelbäume lange Triebe bilden und die Äpfel nicht mehr reifen. Was tun? Niemand weiß Rat, damals gibt es unter den Bauern und in der Obstberatung kaum Erfahrungen mit dieser Krankheit. Clemens und Johanna kämpfen. Es bleibt ihnen schließlich nichts anderes übrig, als einen befallenen Baum nach dem anderen zu roden und neu zu pflanzen. Eine große Herausforderung für die junge Familie: seelisch, körperlich und finanziell. Ihr Optimismus treibt sie an. Die Wiesen wachsen mit der Zuversicht, und mit den Jahren wird man langsam wieder Herr der Lage.

„Der Bauer und seine Familie gehören auf den Hof.“

„Der Bauer, die Bäuerin und ihre Familie gehören auf den Hof“, sagt Johanna. Klare Worte, gute Entscheidung. So bauen sie ihren „Erbhof“, der sich seit 1806 im Familienbesitz der Margesins befindet, mit Feingefühl um. Alles Erhaltenswerte wird bewahrt: die Steinmauern, die Fenster mit den Rundungen, die 200 Jahre alte Hausrebe und der mittelalterliche Keller. Aber auch neue Ideen finden ihren Raum und ergänzen den historischen Teil mit größtenteils lokalen baubiologischen Materialien. „Der Einzug mit der Familie im eigenen Hof war einer der schönsten Momente meines Lebens. Seitdem bin ich wieder zuhause“, erzählt Clemens. Seine Mundwinkel zeigen nach oben, seine Augen strahlen. Ein Optimist, der sich einen Lebenstraum erfüllt hat.

Die Familie stellt den Betrieb auf mehrere Standbeine. Am meisten Zeit investiert Clemens in den Obstbau und den Weinbau. In seinem Sohn findet er einen „Bruder im Geiste“: Jakob ist begeisterter Önologe, er liebt die Arbeit in den Weinbergen und im Keller. Johanna lässt eine Leidenschaft wieder aufblühen, die sie schon aus jungen Tagen kennt: Urlaubsgäste am Bauernhof glücklich machen. Sie weiß und fühlt, was Gäste mögen. Beim Umbau des Hofs hat sie ein gutes Händchen dafür, die neuen Ferienwohnungen auf den Stand von anno heute zu bringen. So wird der „Urlaub am Bauernhof“ zum dritten Standbein des Greiterhofs. Die Gäste aus aller Herren Länder kommen dabei in den Genuss von hofeigenen Produkten und Apfelgerichten aus der Küche des Hauses. Und spätestens dann, wenn Johanna und Tochter Katharina ihr selbstgemachtes „Apfel-Tiramisu im Glas“ servieren, kann keiner widerstehen. Inzwischen lockt der Hof seine Gäste auch mit einer ganz speziellen Erweiterung: einem Holzhaus, dessen Fichtenwände ganz ohne Metallnägel gebaut sind.

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Mit ihrer positiven Grundstimmung, sehr viel Herzblut, ein paar Tränen und mutigen Investitionen hat die Familie alle Herausforderungen gemeistert und den Greiterhof zu neuem Leben erweckt. Ein Leben voll Bio: Diese Philosophie steckt in der Vielfalt der Apfelsorten, mehr als zehn bauen die Margesins an. Von Klassikern wie Royal Gala, Golden Delicous, Braeburn und Granny Smith über Clubsorten wie Pink Lady® und Kanzi® bis hin zu den Raritäten Bonita und Gold Rush. Denn die Geschmäcker sind bekanntlich so vielfältig wie das Leben.