Was macht eine Wiese zur Bio-Wiese? Auf diese Frage gibt es für Josef keine allgemeingültige Antwort. Aber viele Bausteine, die gemeinsam ein großes Ganzes ergeben: Er pflanzt Hecken, baut Steinhaufen, setzt Sträucher vor die meisten Apfelbaumreihen und säht Einsaaten in die Fahrgassen. Dadurch schafft er Lebensräume für Nützlinge, steigert die Artenvielfalt und fördert die Stabilität des Ökosystems. Um die Vielfalt nachhaltig zu fördern, mulcht er die Fahrgassen nur einmal im Jahr, kurz vor der Ernte. Dadurch wird die Flora artenreicher und Kräuter können sich ausbilden – und es zieht Wildtiere an.

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Sein Hof liegt unweit des Dorfkerns von St. Michael/Eppan, in einer Bilderbuchidylle zwischen Obstwiesen und mittelalterlichen Schlössern. Mit seiner Frau Ulrike führt Josef dort Ferienwohnungen und lädt zum Urlaub auf dem Bauernhof. Die Meraners verstehen sich dabei nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Begleiter und Erzähler: Sie geben ihren Gästen Einblicke in die Biolandwirtschaft und in die Südtiroler Lebensart.

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Ein offenes Ohr und unermüdliche Stimmbänder sind seine Markenzeichen, wenn er Interessenten durch seinen Hof und in seine Wiesen führt. Sein Engagement endet aber nicht an den Grundstücksgrenzen: Als Ideenlieferant für seine Genossenschaft Biosüdtirol und Sprecher der Obstbaugruppe von Bioland Südtirol brennt sein Feuer wie am ersten Tag.

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„Ich zeige gerne wie ich arbeite und diskutiere darüber. Wenn ich damit inspirieren kann, freut es mich.“

Seine Apfelsorten wählt Josef mit Weitsicht, die Bäume stehen im Schnitt ja immerhin 15 bis 20 Jahre. Im letzten Jahrzehnt hat er den Betrieb auf seine Philosophie ausgerichtet: schorfresistent und mutig. Schorfresistent sind etwa Topaz, Natyra® und Bonita. Und Josef geht noch viel weiter: Wenn ihn eine Sorte überzeugt und die Höhenlage passt, schreckt er auch vor großen Herausforderungen nicht zurück. Als einer der Ersten pflanzt er Natyra®-Bäume, denen ein spezieller Ruf vorauseilt: genial am Gaumen, aber schwierig im Anbau.

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Erfahrungen bringen am meisten, wenn man sie teilt. Sagt Josef. Bei einer Flurbegehung zeigte er 30 Biosüdtirol Kollegen, wie gut die Natyra®-Bäume gedeihen, wenn man sie intensiv pflegt. Seine Ideen fielen buchstäblich auf fruchtbaren Boden: Heute wächst die Sorte auf mehreren Biosüdtirol Wiesen.

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Den Blick fürs Detail beweist Josef auch bei seiner zweiten Leidenschaft: Er fotografiert. Eisbedeckte Apfelblüten, lebenshungrige Nützlinge, blühende Einsaaten. Aber auch der Mond und die Kräuter – eine große Passion von Ulrike – kommen immer wieder vor seine neugierige Linse.

Es ist kein Zufall, dass im Sommer 2017 unser erster Weg zu Josef führte: Um die Bildsprache für unsere Marke Biosüdtirol zu entwickeln, hat sich unsere Fotografin Jasmine Deporta von ihm durch seine Wiesen und Baumreihen führen lassen. Seine Gabe zu inspirieren und zu erzählen half ihr, die bunte Welt der Bio-Äpfel mit neuen Augen zu sehen und in authentische Bilder zu übersetzen. Panoramabilder, Detailbilder, Apfelbäume, Hagelnetze, Betonsäulen, Beregnungsschläuche, Menschen, Maschinen. Das alles und noch viel mehr hält Jasmine mit ihrer Kamera fest, ohne es zu verherrlichen oder zu beschönigen. Die Bilder fühlen sich an wie Josefs Erzählungen: einfach ehrlich.

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